Durch die Bäume eines dichten Waldes hindurch, lief ein außergewöhnlich großer Fuchs. Er war zehn mal so groß wie ein gewöhnlicher Fuchs. In seinem Maul trug er bedächtig einen Korb, immer darauf bedacht, das er nicht zu sehr schaukelte. Endlich war er an seinem Ziel angekommen. Ein kleines Dorf am Rande des Waldes. Auf die Schwelle eines alten Hauses stellte er den Korb ab. Doch halt…es war gar kein Er. Es war eine liebende Mutter. Doch was trieb sie dazu ihr Baby auf die schwelle dieses Hauses zu stellen?

 

Alicia die Fuchsgöttin war eine von fünf Göttern die den Wald beschützten. Drei von ihnen waren Alicias Geschwister und der vierte war der Herrscher des Waldes. Er hatte Alicia zu seiner Braut erkoren. Die Gesetze des Waldes waren eindeutig. Die Waldgötter müssen dem Willen des Herrschers Folge leisten. Es ist ihnen streng verboten sich auf Menschen einzulassen. Einmal im Jahr kann Alicia die Gestalt eines Menschen annehmen. Denn ihre Großmutter hatte die Gesetze des Waldes missachtet und einen Menschen geliebt. Das viel erst auf, als Alicia, als sie im paarungsfähigem Alter war, plötzlich zu einem Menschen wurde. Die Verwandlung hielt fünf Tage an.

In diesem Jahr verließ sie während dieser Zeit den Wald und traf einen jungen Menschen. Sie verschwieg ihm wer sie war. Die beiden liebten sich sehr. Doch am letzten Abend verwandelte sie sich wieder zurück. Der Mensch war irritiert doch er liebte Alicia und wollte sie heiraten. Doch das lehnte sie ab, denn der Herrscher des Waldes würde ihn sicher töten.

Am nächsten Tag kehrte sie in den Wald zurück, dort bestand der Herrscher des Waldes sofort darauf sie zu heiraten. Alicia willigte ein und schon bald darauf war sie schwanger. Alicia war eine stolze Fuchsgöttin und zog sich für die Geburt zurück. Schon einige Zeit spürte sie, dass es nicht nur ein junges war, das sie in sich trug.

Als aber das erste geboren war, erschrak sie. Vor ihr lag ein Menschenkind mit Fuchsohren und einem Fuchsschweif. Doch blieb keine Zeit darüber nachzudenken, denn schon kam das zweite Junge. Es war ein Fuchs und auch das dritte schien ein ganz normaler Fuchs zu sein. Die beiden Füchse waren männlich und das Menschenkind war ein Mädchen. „ Was mache ich nur? Er wird sie töten, das darf nicht passieren“, sagte Alicia. Sie rief ihre Schwester zu sich und fragte sie um Rat. „ Wenn du willst das sie am leben bleibt, dann bring sie zu den Menschen ins Dorf. Du kennst sie und weißt wer gut zu ihr sein wird“, meinte sie.

„ Ich bleibe so lange bei deinen Jungen.“ „ Aber Schwester, es steht eine große Zukunft vor ihr“, meinte Alicia. „ Vergiss das. Der Herrscher wird das niemals Akzeptieren. Wenn du sie wirklich liebst dann bringst du sie fort.“ Also hörte Alicia auf ihre Schwester und brachte ihr Baby ins Dorf.

Als sie sie abgestellt hatte, sah sie ihre Tochter noch einmal an. „ Eines Tages werden wir wieder vereint sein. Dich wird großes erwarten, denn du meine Tochter, bist die Erbin des Waldes. Du besitzt viele Fähigkeiten und wenn du sie alle beherrscht, dann ist die Zeit gekommen in der wir wieder eine Familie sind. Mit diesen Worten kehrte sie ihrer Tochter den Rücken. Zuvor hatte sie sich aus ihrem Schweif einige Haare heraus gerissen und sie ihr um das Handgelenk gebunden. Mit einem weiten Satz war sie im Wald verschwunden.

Als das Baby spürte das es allein war, begann es zu weinen. Schon bald öffnete sich die Tür des Hauses und eine alte Frau sah hinaus. Zu ihren Füßen stand ein Korb in dem ein Baby lag. „ Nein Liebling sieh doch nur“, sagte sie und nahm den Korb hoch. „ Was hast du denn da?“, fragte ihr Mann. „ Ein Geschenk der Götter. Sieh doch nur“, sie nahm das Mädchen aus dem Korb. „ Bei allen Göttern, was ist denn das?“ „ Das ist ein Baby, ein ganz besonderes. Die Götter haben es uns gebracht.“ „ Aber wir sind zu alt um ein Baby aufzuziehen“, bedachte er. „ Ach Unsinn, Die Götter haben es uns Gesandt. Wir nennen sie Alicia wie unsere Fuchsgöttin.“ Die alte Frau hatte sich sofort in die Goldbraunen Augen verliebt. Der Mann war zu erst noch skeptisch, doch schon bald verliebte auch er sich in die Goldbraunen Augen. Alicia fühlte sich sehr wohl bei den beiden. Schon bald merkten sie das Alicia noch viel mehr mit den Göttern gemeinsam hatte. Einmal im Monat zu Neumond verwandelte sie sich in einen Fuchs. Als sie noch ein Baby war, konnten sie sie noch gut kontrollieren, aber je älter sie wurde umso schlauer wurde ihre Fuchsseite. Oft büchste sie aus, doch war sie immer am nächsten Morgen wieder da.

Als Alicia vier Jahre alt war merke sie schon das sie anders war, denn die anderen Kinder im Dorf ärgerten sie oft deswegen. Abends verkroch sich die Kleine immer in einem großen Karton. Mit großen Kulleraugen sah sie die beiden an. „ Nanna, warum lachen mich alle aus? Weil ich anders bin?“, fragte sie. „ Hör nicht auf sie mein Kind. Du bist uns von der Fuchsgöttin gesandt worden. Du bist ein Kind der Liebe“, erzählte Nanna. „ Warum hat sie mich dann nicht behalten?“, fragte Alicia.

„ Komm her Liebling, ich erzähl dir eine Geschichte die mir meine Großmutter erzählt hat, als ich so alt war wie du“, sagte Nanna. Also kam Alicia aus dem Karton gekrochen und setzte sich auf Nannas Schoß.

„ Als meine Großmutter ein junges Mädchen war, kam eines Tages eine der Fuchsgöttinen ins Dorf. Sie traf auf den Bruder meiner Großmutter und verliebte sich in ihn. Aber es war den Göttern streng verboten sich auf die Menschen einzulassen. Damit also keiner etwas merkte Verwandelte sie sich in eine Frau. Sie hatte die Gabe sich in alles zu Verwandeln was sie wollte. Sie und der Bruder meiner Großmutter liebten sich sehr. Doch die Verwandlung hielt nicht sehr lange an. Sie war gezwungen wieder in den Wald zurück zu kehren. Ihr verrat viel erst auf, als Alicia die Fuchsgöttin geboren wurde, denn einmal im Jahr verwandelte sie sich in einen Menschen“, erzählte sie. „ Woher weißt du das?“ „ Alicias Großmutter hatte es meiner Großmutter kurz vor ihrem Tod erzählt. Wenn das Blut noch einmal verdünnt worden wäre, dann waren die menschlichen Gene wieder verschwunden. Doch du bist der Beweis das deine Mutter den selber Verrat an ihrem Volk übte wie ihre Großmutter“ „ Nanna, weißt du wer mein Vater ist?“, fragte Alicia. „ Tut mir leid Kleines aber diese Frage wird dir wohl nur deine Mutter beantworten können“

Von nebenan war eins sehr starkes Husten zu hören. „Nanna ist Nonno krank?“, fragte sie.“ Ja meine kleine“ „ Muss Nonno sterben?“ „ Irgendwann sicher“ „ Du auch?“ „Ja ich auch“ „ Ihr sollt Nie nie sterben“, sagte Alicia. „ Kleines wir sind beide schon sehr alt. Sogar die Götter müssen irgendwann sterben“, sagte Nanna. „ Götter sterben?“ „ Ja, allerdings wählen sie den Zeitpunkt ihres Todes selber aus. Sobald sie ihren Nachfolger ernannt haben“, erzählte Nanna.

Einige Tage später schlief Nonno ein. Zuvor hatte er Alicia noch gesagt das sie nie vergessen dürfe, das sie etwas besonderes war. Drei Jahre später kurz vor Alicias achtem Geburtstag starb auch Nanna. „ Göttin ich danke dir für diese letzten Jahre voller Glück“, waren ihre letzten Worte.

Nach Nannas Tod wurde sie von den Nachbarn aufgenommen. Dort allerdings hatte sie es nicht so leicht. Sie musste sich ständig alleine beschäftigen. Stundenlang saß sie traurig auf einer Schaukel.

 

Ab hier beginnt das Abenteuer von Alicia. Was ihr alles wirederfährt erfahrt ihr auf den folgenden Seiten.


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